Buchtipp: Der Zorn – ein spannender Justizthriller von Kathrin Kolloch

Der ZornIm Spica Verlag neu erschienen ist ein äußerst interessanter und packender Justizthriller mit dem Titel Der Zorn. Geschrieben wurde der dramatische und packende Justizthriller von Kathrin Kolloch, welche selbst Rechtsanwältin ist, die aber die Justiz auch von beiden Seiten kennengelernt hat und so ihrem Justizthriller Leben und Authentizität verleihen kann, wie dies eben nur dem Eingeweihten wirklich möglich ist.

Bekannt wurde Kathrin Kolloch vor „Der Zorn“ zum Beispiel durch den Krimi „Der Neid“, welcher ebenso bereits recht gute Rezensionen durch Leser erhielt.

Ein schicksalshafter Prozess

Im Mittelpunkt der Geschichte bei „Der Zorn“ steht das Drama um den Tod eines Häftlings, der Diskussionen um die Langsamkeit der Justiz auslöst und so die Karriere eines kurz vor der Pension stehenden Oberstaatsanwaltes zu belasten droht. Um dies zu verhindern, ist ein Schuldiger schnell gefunden, genauso wie die Absprache mit dem zuständigen Richter, seinerseits ein alter Schulfreund. Relativ schnell kommen dem zuständigen Staatsanwalt, der die Anklage vor Gericht vertritt, aber Zweifel an der Schuld des Angeklagten, dem es dazu auch gelingt, seine junge Rechtsanwältin von seiner Unschuld zu überzeugen. Ein für alle Beteiligten schicksalhafter Prozess nimmt seinen Lauf.

Die Geschichten, welche die Autorin Kathrin Kolloch erzählt und so auch „Der Zorn“ sind nach Worten der Autorin Kathrin Kolloch von tatsächlichen Begebenheiten inspiriert, aber Handlung und beteiligte Personen sind frei erfunden.

Dichte Atmosphäre der Justizwelt

Schon die Leseprobe gibt einem einen Einblick in die andere Welt der Justiz und des Gefängnisalltags, wie die meisten von uns es glücklicherweise nicht kennen. Detailreichtum und Beobachtungsgabe lassen auch kleine Details erkennen, welchen den Unterschied ausmachen, wie lesenswert eine Geschichte ist oder eben nicht. Dies umfasst sowohl die Beschreibung von typischen Geräuschen aus dem Alltag einer Justizanstalt, wie etwa das Zufallen schwerer Gefängnistüren wie auch die sensible Beobachtung von Personen in diesem Umfeld. Dies gelingt der Autorin bereits so feinfühlig auf den ersten Seiten, dass sich für den Leser sofort eine visuelle Vorstellung, ein Erfassen, der Romanhandlung ergibt. Der Leser findet sich bereits auf den ersten Seiten in der Geschichte wieder, die Lust auf das Mehr, also das Umblättern und Weiterlesen, ist da.

Manche Romane wachsen und man muss zunächst Anfangshürden überstehen, um sich auf die Geschichte einzulassen. Mitunter besteht die Gefahr, dass man solchen Büchern, bei denen die Geschichte sich Zeit lässt, nicht genügend Zeit gibt und so eine großartige Geschichte nie gelesen wird. Diese Gefahr besteht bei „Der Zorn“ nicht, die Atmosphäre der Geschichte, die Kälte der Welt hinter Mauern, die Eigenheit der Welt der Justiz und die erfassbare Gefühlswelt der beteiligten Personen erfasst und packt einem von der ersten Minute. Ein Justizthriller, denn man in die Händen nimmt und sicher so schnell auch nicht wieder aus der Hand legen möchte.

Der Zorn: empfehlenswerter Lesestoff für Fans packender Justizthriller

Leider gibt es diesen durchaus packenden Justizthriller mit seinen menschlichen Dramen aktuell noch nicht als eBook, was aber dringend nachgeholt werden sollte, denn auch als eBook würde der Der Zorn auf allen tolinos, kobos oder auch kindles ein empfehlenswerter Lesestoff sein, welcher die Welt der Justiz und Gefängnisse so detailliert beschreibt und den Leser mitfühlen lässt, wie es eben nur jemand mit eigener Berufs- und Lebenserfahrung in diesem Bereich umsetzen kann. Dabei verliert die Autorin aber durchaus auch nie die menschlichen Aspekte der beteiligten Figuren aus dem Blick und so entsteht in der Summe ein authentischer, spannender und packender Justizthriller, in dem man eingetaucht wird in die spezielle Atmosphäre einer Welt, eines Lebensbereiches, die hoffentlich den meisten meiner Leser in der Realität immer erspart bleiben wird, die aber für Leser guter Justizthriller eine wirkliche Empfehlung ist.

Der Zorn ist übrigens, wie auch Der Neid, Teil einer (geplanten) Sebtologie, bei denen die Bücher jeweils den Namen einer der Todsünden tragen und die Romane auch die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Todsünden zum Gegenstand haben bzw. diese Auseinandersetzung zumindest eine große Rolle in den einzelnen Büchern spielt. Bewusst wurde auch die Farbe des Covers entsprechend ausgewählt, wobei die Autorin es dem Leser überlässt, ob das Rot nun für Neuanfang und Vergebung steht oder eher Zorn und Wut zum Ausdruck bringt.

Als kleine Randnotiz sollte noch erwähnt werden, dass die Autorin Kathrin Kolloch manchen vielleicht auch noch unter dem Namen Kathrin Giese bekannt ist. Unter diesem Namen wurde sie in den 80er Jahren mehrfache Kajaweltmeisterin. Inwieweit dieser Lebensabschnitt aber Einfluss auf das Buch „Der Zorn“ hatte, können wir nun nicht beurteilen.

Wer sich für die Welt der deutschen Justiz und für gute Thriller aus diesem Bereich interessiert, der ist bei „Der Zorn“ auf jeden Fall sehr gut aufgehoben. Der Zorn ist erschienen und (unter anderem erhältlich) beim Spica Verlag. Ca. 450 Seiten spannender Lesestoff, die sich lohnen.

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