Kindle, Tolino – und was dann?

eBook Reader und Tablet PC
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Wirklich verlässliche Zahlen über die genauen Marktanteile der einzelnen eBook Reader am Markt gibt es nicht. Hier und da tauschen diese oder jene Zahlen mal auf, aber wirklich verlässliche Rückschlüsse oder gar genaue Verteilungen lassen diese nicht zu. Dann gibt es noch diverse Umfragen, die das Leseverhalten auch bei Smartphones, Tablets und Notebooks berücksichtigen, deren Ergebnisse würden wir aber auch nicht als eine zuverlässige Aussage einstufen, offen alleine ist hier schon die Frage, was man unter Lesen und eBooks versteht.

Trotzdem muss man kein Prophet sein, um festzustellen, dass es mit dem Kindle und dem Tolino zwei klare Platzhirsche gibt, die einen Großteil des eBook Reader Marktes dominieren (in Deutschland). Einen gewissen Anteil werden sich dann sicherlich (noch) Sony Reader, Kobo und Pocketbook erobert haben. Vermutlich aber mit deutlichem Abstand zu den anderen beiden Anbietern.

Noch Nischen: eBook Reader, die die Installation von Apps erlauben

Hinzu kommen einige Nischenanbieter, die z.B. mit einem Android System auf dem Reader selber glänzen wie z.B. der doch sehr spezielle Icarus e-ink eXceL E-Reader oder der Onyx BOOX T68, welche es Anwendern erlauben eigene Apps zu installieren. An und für sich eine interessante Idee kann man trotzdem davon ausgehen, dass dies für die Masse der Leser eher nicht so interessant ist, wie es klingt. Grundsätzlich sind die e Ink basierte Geräte wegen der Art der Display Technologie für viele Apps eher ungeeignet, und da es mit Tablets bereits besser geeignete Geräte für Apps gibt, sind diese Reader für viele eben nicht so spannend, wie man glaubt. Trotzdem sind sie natürlich für manche interessant, etwa für alle, die eBook Flatrate wie Skoobe nutzen. Denn während Tolino, Kindle und Co die Installation von Apps Dritter normalerweise nicht (obwohl zumindest die Tolinos dafür die Voraussetzung) bieten, ermöglichen diese eBook Reader die Nutzung z.B. der Skoobe App, womit das Lesevergnügen gegenüber der Nutzung auf einem Tablet natürlich ansteigt. Hier liegt dann auch die Chance dieser aktuell noch Nischen eBook Reader, sollte die Nutzerbasis von eBook Flatrate Anbietern wie Skoobe, und danach sieht es aus, steigen dann vergrößert sich natürlich auch die Basis von potenziell interessierten Käufern. Zumal die Anbieter von Kindle und Tolino kaum Interesse an der Installation von Dritt – Apps haben dürften, da dies dem eigenen Geschäftsmodell nicht entspricht.

Interessant sind solche Reader natürlich auch für alle, die beide Welten – Kindle und ePub – in einem Gerät vereint sehen wollen, denn, dies ist ja nicht zu leugnen, interessante Angebote gibt es bei beiden Bereichen.

Normalnutzer reicht das Gebotene bei Kindle und Co

Der „Normalnutzer“, der seine eBooks sich in den Weitendes Internets zusammensucht oder bei gängigen Buch/eBook Anbietern einkauft, wird in der Regel mit den ja bei allen aktuellen Readern recht guten vorinstallierten Lese-Apps zufrieden sein. Alle Lese-Apps bieten mittlerweile ausreichend Möglichkeiten, um eBooks zu verwalten und angenehm zu lesen. Da normalerweise Nutzer damit zufrieden sind, wird nur eine Minderheit daran interessiert sein, spezielle Lese-Apps zu installieren.

Ansonsten zeichnet sich der eBook Reader Markt aktuell durch viele Spekulationen aus, was da alles so kommen mag. In der Realität zeichnen sich neue Modelle und so auch in Wirklichkeit der neue Kindle Voyage eher durch verbesserte Details bei vorhandener Technik aus, die aber nicht wirklich etwas neues bringt. Auch der wirklich biegsame eBook Reader, der wie Papier gerollt werden kann, ist zwar seit Langem ein Thema, aber keine Realität.

Dazu gesellen sich viele Geräte, die Nischen abdecken, z.B. wasserdichte eBook Reader wie der neue Kobo H2O, der aber zudem auch noch ein größeres und sehr hochauflösendes Display bietet – 6.8“, was diesen Reader dann auch wiederum allgemein sehr interessant macht.

Kindle und Tolino dominierend

Für die nähere Zukunft sind Kindle und Tolino sicherlich die dominierenden eBook Reader im heimischen Markt. Und gerade Amazon hat ja auch Marketing – strategisch gerade alles richtig gemacht, denn durch die Einführung des neuen Kindle Voyage bietet man nun drei Reader an, und drei ist immer gut, denn viele Käufer greifen dann oft zum mittleren Modell, nicht das billigste, aber eben auch nicht das teuerste – und das ist dann eben der Kindle Paperwhite und so kann man diesen noch eine ganze Zeit erfolgreich weiterverkaufen und warum auch nicht, ist er doch schließlich ein sehr guter eBook Reader und wer der Kindle Welt zugetan ist, findet hier ein preislich überschaubares und sehr gutes Gerät. Alle, für die eBooks ein echtes intensives Hobby ist, werden den Voyage andenken und Gelegenheitsleser werden mit dem Standard Kindle sicher zufrieden sein.

Die Tolino Allianz könnte so gesehen, jetzt nachziehen: mit einem neuen teuren Top Modell, dem Tolino Vision zu einem Preis um die 100 und den Tolino shine für ca. 70-80 Euro :)

Wir müssten jetzt eigentlich hinzufügen, dass dieser Artikel Zukunftsprognosen enthält, welche naturgemäß öfters auch mal anders kommen, wie man angenommen hat :) aber wir denken, dies versteht sich von selbst.

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