Verbraucherzentrale prüft eBook Portale

eBook Reader und Tablet PC

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Was kommt dabei heraus, wenn eine Verbraucherzentrale eBook bzw. Buchportale im Internet überprüft? Nun genau dies hat die Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz getan. Ein Ergebnis des Markchecks ist, dass wichtige relevante Informationen wie erforderliche Software, Infos zu Dateiformaten und Dateigröße, Kopierschutz, Nutzungs- und Widerrufsrechten sowie verwendbaren Lesegeräten zwar meist vorhanden sind, aber nach Meinung der Verbraucherschützer nicht immer leicht zu finden sind bzw. mitunter schwer verständlich.

Für den Test hat man 17 Buchportale unter die Lupe genommen sowie bei 7 eBooks aus der Spiegel Bestseller Liste die jeweiligen Produktinformationen verglichen.

Klarheit bei Informationen fehlt oft

Schwer bemängelt wurde, dass Nutzer zwar in allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. in Nutzungsbedingungen auf die speziellen Nutzungsrechte von eBooks hingewiesen werde, aber eben nicht auf der jeweiligen Produktseite. Zu den speziellen Nutzungsrechten gehört z.B. das mit einem eBook Download kein persönliches Eigentum, sondern lediglich ein Nutzungsrecht und dies auch nur für den persönlichen Gebrauch erworben wird. Hat man nun z:b. mehrere Tolino und sind diese über die gleiche E-Mail mit der Cloud verbunden, so können diese natürlich von mehreren Familienmitgliedern gelesen werden. Hat nun jeder seine eigene E-Mail Adresse, so wäre es streng genommen nicht erlaubt das eBook zu kopieren und anderen in der Familie zur Verfügung zu stellen.

Unwahrscheinlich, dass ein eBook Anbieter hier tatsächlich, sofern er Kenntnis davon bekommen würde, Probleme machen würde, denn letztlich zielen diese Einschränkungen natürlich daraufhin ab, dass man eBooks, die man als digitales Medium ja kopieren kann, nicht großzügig verteilt. Aber streng genommen darf ein eBook nur lesen, wer es auch gekauft hat.

Neben dem Punkt, dass nicht immer alle relevanten Informationen zu den einzelnen eBooks auf den Portalen angegeben wurden oder zumindest leicht auffindbar waren, stellt die Verbraucherzentrale noch einen Forderungskatalog auf, dieser umfasst:

Forderungskatalog für eBooks

  • leicht zugängliche Informationen
  • ein einheitliches Format, sodass eBooks auf allen Lesegeräten zugänglich sind
  • weicher statt harter Kopierschutz

Bei einem weichen Kopierschutz wird nur ein Wasserzeichen im eBook aufgeführt. Dies führt dazu, dass, wenn ein eBook auf Tauschportalen hinzugefügt wird, der Übeltäter schnell aufgespürt werden kann. Trotzdem können eBooks mit weichem Kopierschutz leicht auf verschiedenen Endgeräten für den privaten Gebrauch verwendet werden, was dann auch gleich zur nächsten Forderung überleitet:

  • Das Recht auf Weitergabe im privaten Umfeld

zumindest innerhalb der eigenen Familie

  • Größere Portabilität

also die Mitnahmemöglichkeit von eBooks zu anderen Anbietern. Hier zeigte sich in der Vergangenheit aber doch, dass Anbieter meist Lösungen finden konnten. Trotzdem sollte es natürlich jedermanns Recht sein bei einem Wechsel von Kindle zu Tolino oder umgekehrt seine eBooks mitzunehmen

  • Größere Preisdifferenz zwischen eBooks und gebundenen Buch

begründet wird diese Forderungen mit den niedrigeren Kosten (Lagerung, Vertrieb und Druck) sowie den eingeschränkten Rechten eBooks. Unzweifelhaft kann man sich diesen Argumenten anschließen, den auch wenn Verlage hier den Lesern gerne etwas erzählen möchten, so sind eBooks einfach zu teuer gegenüber gedruckten Büchern. Zumal man bei eBooks auch nicht das Problem von Ladenhütern hat.

Nun, mit den Forderungen der Verbraucherzentrale werden sich sicherlich die meisten eBook Fans anfreunden können, denn das bei Rechten, Preis und Möglichkeit bei eBooks noch einiges im Argen liegt, kann man deutlich sehen. eBooks und damit finanzieller Erfolg der Anbieter und Verlag würden sicherlich von einer verbesserten Angebots- und Preispolitik profitieren. Hier steht man sich mit einer übertriebenen Angst bezüglich Raubkopien eher selbst im Wege und auch an der Preispolitik sollte man arbeiten, nicht bei allen eBooks, aber doch bei zu vielen.

Das Informationen schlecht zu finden sind würden wir nicht in jeden Fall unterstreichen, ärgerlich ist aber, dass manchmal sogar eindeutige Seitenangaben bei Produktinfos fehlen und wer möchte für ein Unterhaltungs – eBook schon gerne 20 Euro bezahlen um am Ende vielleicht mit einem 50 Seiten Buch belohnt zu werden.

Ob die Produktinfos nun so das wirklich große Problem sind? Eher nicht, aber der Forderungskatalog der Verbraucherzentrale zeigt schon in die richtige Richtung.

Quelle: http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/lesen-sie-schon-digital—

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